Umschuldung von Krediten kann zahlreiche Vorteile beinhalten

Viele Verbraucher nutzen bereits einen oder auch mehrere Kredite, wobei es sich dabei nicht immer um die beste Finanzierungslösung handelt. Daher kann eine sogenannte Umschuldung nicht selten diverse Vorteile mit sich bringen. Von einer Umschuldung wird immer dann gesprochen, wenn bestehende Kredite entweder von der Darlehensart her geändert oder in einen größeren Kredit zusammengefasst werden.

Eine Umschuldung kann in vielen Fällen sinnvoll sein, weil sich beispielsweise Zinskonditionen geändert haben oder der Kreditnehmer bei Abschluss des Darlehens schlichtweg nicht die Kreditart gewählt hat, die eigentlich die beste Finanzierung dargestellt hätte. Aber auch dann, wenn ein bestehender Kredit oder eine Zinsvereinbarung ausläuft, handelt es sich bei dem Anschlussdarlehen, welches zukünftig getilgt werden muss, um eine Umschuldung. Es gibt im Wesentlichen drei Formen der Umschuldung, die in der Praxis von Bedeutung sind und zusammen über 90 Prozent aller Fälle ausmachen, in denen eine Kreditumschuldung durchgeführt wird. Dabei handelt es sich um die folgenden Situationen:

  • Umschuldung vom Dispositionskredit in einen Ratenkredit
  • Umschuldung im Bereich der Immobilienfinanzierung
  • Zusammenfassen von mehreren Krediten

Umschuldung vom Dispositions- in einen Ratenkredit

Card, credit, laptop.Die wohl sinnvollste Umschuldung, die allerdings viele Millionen Verbraucher bisher noch nicht vorgenommen haben, ist die Umschuldung vom Dispositionskredit in einen Ratenkredit. Der Dispokredit gehört bekanntlich zu den teuersten Darlehensarten, da für die Überziehung des Girokontos nicht selten Zinssätze zwischen 10 und 13 Prozent gezahlt werden müssen. Eigentlich ist der Dispokredit ausschließlich dafür gedacht, einen kurzfristigen Liquiditätsengpass zu überbrücken. Viele Kontoinhaber nutzen den Kreditrahmen allerdings über viele Jahre hinweg und in nicht unerheblichen Umfang, sodass jährlich oftmals mehrere Hundert Euro an Zinsen anfallen. An dieser Stelle raten nicht nur Experten, sondern beispielsweise auch Verbraucherschützer dazu, eine Umschuldung des Sollsaldos auf dem Girokonto in einen Ratenkredit vorzunehmen. Der große Vorteil besteht darin, dass die Zinsen beim Ratenkredit im Durchschnitt betrachtet erheblich geringer sind, als wenn das Girokonto auch in der Zukunft überzogen würde.

Auf diese Weise lassen sich jährlich teilweise bis zu zehn Prozent an Zinsen einsparen, was bei einer Kreditsumme von beispielsweise 5.000 Euro bis zu 500 Euro Ersparnis pro Jahr bringt. Die Umschuldung vom Dispositionskredit in einen Ratenkredit ist in der Praxis relativ einfach auszuführen. Dazu wird zunächst einmal ein Konsumentenkredit in Form des Ratenkredites aufgenommen, was heute bei den weitaus meisten Banken problemlos auch in Form eines Online-Kredites möglich ist. Ist die Darlehenssumme ausgezahlt, so überweist der Kreditnehmer einfach den entsprechenden Betrag auf sein Girokonto, mit dem der Sollsaldo ausgeglichen wird. Zukünftig existierte nur noch der Ratenkredit, der in Form der monatlichen Kreditraten nach und nach getilgt wird. Somit ist die Umschuldung vollzogen, wobei natürlich darauf geachtet werden sollte, dass der zur Verfügung stellende Dispositionskredit entweder gelöscht wird oder nicht wieder in Anspruch genommen wird.

Die Umschuldung vom Dispositionskredit in einen Ratenkredit macht insbesondere aus Kostengründen oftmals Sinn. Oftmals lassen sich mehrere Hundert Euro an Kreditzinsen pro Jahr einsparen.

Umschuldungen im Bereich der Immobilienfinanzierung

Insbesondere bei einer Immobilienfinanzierung sind Umschuldungen oftmals an der Tagesordnung. Es ist zu unterscheiden, ob die Umschuldung im Zuge einer Anschlussfinanzierung durchgeführt wird oder ob es sich beispielsweise um die vorzeitige Ablösung eines Darlehens handelt. Bei einer Anschlussfinanzierung ist es so, dass die zuvor vereinbarte Zinsfestschreibung von der Laufzeit der beendet ist, sodass sich der Kreditnehmer für die Verlängerung des Darlehens oder für die Aufnahme eines Immobilienkredites bei einer anderen Bank entscheiden muss. Unabhängig von der Wahl wird auf jeden Fall eine Umschuldung durchgeführt, da entweder neue Zinskonditionen vereinbart werden oder ein komplett neues Darlehen abgeschlossen wird.

Ähnlich verhält es sich auch bei der zweiten Variante, wenn der Kreditnehmer eine bestehende Zinsfestschreibung und damit das Immobiliendarlehen bereits vor dem eigentlichen Ablauf kündigen und beenden möchte. In diesem Fall findet ebenfalls eine Umschuldung in einen neuen Immobilienkredit statt. Ob diese Maßnahme sinnvoll ist oder nicht, hängt insbesondere davon ab, ob mit Einrechnen der Vorfälligkeitsentschädigung dennoch in der Zukunft eine Zinsersparnis genutzt werden kann. Diese ist die grundlegende Voraussetzung dafür, dass eine solche vorzeitige Verfügung bzw. Ablösung des Darlehens und die damit verbundene Umschuldung in einen neuen Immobilienkredit wirtschaftlich sinnvoll sind.

Eine vorzeitige Umschuldung im Bereich der Immobilienfinanzierung macht nur dann Sinn, wenn im Saldo eine Zinsersparnis durch das neue Immobiliendarlehen erzielt werden kann.

Mehrere Kredite zu einem großen Darlehen zusammenfassen

Eine weitere Form der Umschuldung besteht darin, mehrere Kredite oder Ratenzahlungsvereinbarungen abzulösen und auf einen neuen, größeren Kredit zu „übertragen“. Heutzutage sind es viele Verbraucher, die über mehrere Kredite oder Ratenzahlungsvereinbarungen verfügen, mit denen beispielsweise ein neues Auto, eine Wohnungseinrichtung oder der letzte Urlaub finanziert wurde. Auf diese Weise kommen leicht drei, vier oder noch mehr verschiedene Darlehensverpflichtungen zustande. Aufgrund der Übersichtlichkeit ist es dann häufig sinnvoll, eine Umschuldung in einen großen Kredit vorzunehmen. Dabei nimmt der Kunde einen Ratenkredit auf und nutzt die Darlehenssumme dazu, alle anderen Darlehensarten und Ratenzahlungsvereinbarungen vorzeitig abzulösen. Auch hier muss wieder überprüfen, ob dadurch keine finanziellen Nachteile entstehen.

Eine Zusammenfassung mehrerer Kredite in ein größeres Darlehen ist ebenfalls eine Umschuldung, die vor allem aufgrund der besseren Übersichtlichkeit von Vorteil sein kann.