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Geschäftsmodell der Commerzbank

Neues Modell von der Commerzbank

Mit dem neuen Geschäftsmodell der Commerzbank könnte das Kreditwesen eine völlig neue Möglichkeit der Finanzierung einräumen. Mit dem Verleihen von Geld, welches von Investoren zur Verfügung gestellt wird, haben Kreditnehmer neue Optionen. In diesem Falle käme die finanzierte Summe nicht von der Bank selbst, sondern von einem sogenannten Hegefond. Diese Fonds werden von Pensionsklassen oder anderweitigen institutionellen Investoren eingerichtet.

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@ Joerg Trampert / pixelio.de

„Main Funders“ als neues Geschäftsmodell der Commerzbank

Das neue Geschäftsmodell der Commerzbank, bei dem finanzielle Mittel durch Hegefonds zur Verfügung gestellt werden, nennt sich aus dem Denglischen entstehenden auch „Main Funders“. Zwar ist bislang ungewiss, ob das neue Modell funktioniert. Sollte der Plan der Commerzbank aufgehen, könnte eine völlig neue Möglichkeit in der Mittelstandsfinanzierung eingeräumt werden.

Was ist „Main Funders“?

Unter dem denglischen Begriff „Main Funders“ ist eine P2P-Lending-Plattform zu verstehen. Dabei steht P2P für „peer to peer“. Mit anderen Worten werden Kredite auf gleicher Augenhöhe verliehen, also von „gleich zu gleich“. Die Idee, die Kredite via Online-Plattformen mit einem solchen System zu vergeben, ist keineswegs neu. Der Marktführer Lending Club, welcher in den USA ansässig ist, hat 2009 über die P2P-Darlehen eine Finanzierungssumme von insgesamt 20 Milliarden Euro verteilt. Kamen die Gelder zunächst von Privatpersonen, wurde dieser Markt mittlerweile von Investoren übernommen.

Christian Hoppe, welcher bei der Commerzbank Geschäftsführer der Digitaltochter Main Incubator ist, äußert, dass das Ziel nicht darin bestehe, sich an Kleinanleger zu wenden. Er erklärt: „Wir wollen die Institutionellen ansprechen.“

Misere bei der Commerzbank

In der vergangenen Zeit glänzte die Commerzbank durch schlechte Nachrichten. Mit der Einführung des neuen Geschäftsmodells will die Finanzinstitution also wohl auch von der Misere ablenken. Durch das Zinstief sei die Bank sehr angeschlagen und die Kosten zu hoch. Aus diesem Grund sollen in den nächsten Jahren bis zu 10000 Stellen abgebaut werden, so Martin Zielke, welcher Vorstandschef ist. Parallel sollen durch das neue Modell 2000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Allerdings sei dabei nicht nach herkömmlichen Bankkaufleuten gefragt. Vielmehr benötige das angehende Technologieunternehmen, innovative Mitarbeiter wie Hoppe.

Unterschiede in Verbriefungsgeschäften

Grundsätzlich werden Verbriefungsgeschäfte in Tranchen zerlegt. Dabei werden die Kreditpakete mit der besten Bonität in der Bilanz ausgewiesen. Risikobehaftete Geschäfte hingegen gehen an Investoren, die risikobereit sind. Aus diesem Prozess heraus kam die Idee der „Main Funders“, da Verbriefungsgeschäfte laut Hoppe in Zukunft nicht mehr lukrativ genug seien. Zwar sei der Plan gewagt, dennoch könnte dieser zukunftsträchtig sein. Es gibt auch bereits in Deutschland schon einige P2P-Plattformen wie beispielsweise Auxmoney. Das Problem hierbei bestehe darin, dass auf nennenswerten Kreditvolumina bisher nur ein Angebot zustande kommt. Zudem richte sich das bisherige System eher auf Konsumentenkredite, mit denen Kleinwagen oder Küchen finanziert werden. Genau diese Strategie verfolgt das Unternehmen Auxmoney. Auch der amerikanische Marktführer Lending Club konzentriert sich auf dieses Segment. Die Commerzbank hingegen denkt größer. Die Kredite, die über das neue Geschäftsmodell der Finanzinstitution gewährt werden sollen, richten sich an Unternehmer, die einen Finanzierungsbedarf haben. Das Vorbild besteht in dem Funding Circle. Dabei handelt es sich um P“P-Anbieter, welche sich auf Gewerbebetriebe konzentrieren. Das Kreditvolumen, welches über „Main Funders“ ausgegeben werden soll, variiert zwischen 200000 bis zehn Millionen Euro.